Kinderlähmung (Polio), die

Die K. wird durch ein Virus ausgelöst, das bei Befall des zentralen Nervensystems Lähmungen (Poliomyelitis) auslöst. Der Begriff kommt vom griech. „polio“ (grau) und „myelos“ (Substanz) und bezieht sich auf die Entzündung des Rückenmarks. Sie kann bei Kindern auch tödlich verlaufen und bis zur Lähmung der Atemmuskulatur führen (die „eiserne Lunge“ wird für Poliopatienten entwickelt). Bei der größten K.-Epidemie in New York 1916/1917 löst die Krankheit derartige Panik aus, dass Quarantänemaßnahmen ergriffen werden, die denen während der großen Pestepidemien nicht unähnlich sind. Übertragen wird die K. über verunreinigtes Wasser, Hände oder Nahrungsmittel. Gegen den von Jonas Salk 1952 entwickelten Impfstoff, der aus inaktiven Viren besteht und gespritzt wird, setzt sich letztlich die von Albert Sabin 1961/1962 entwickelte Schluckimpfung durch, die mit einem Stück Zucker eingenommen wird. Während die K. in den Industrieländern inzwischen ausgerottet ist, existiert sie immer noch in ärmeren Teilen der Welt.

Vgl. Dobson 2009

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